Google Ads schaltet ab dem 1. September 2026 Suchkampagnen mit automatisch erstellten Assets oder der kampagnenweiten Broad-Match-Einstellung automatisch auf AI Max um – ohne echte Opt-out-Möglichkeit außer dem vorherigen Abschalten der betroffenen Funktionen. Die Ankündigung kam am 5. August 2026 direkt per E-Mail an betroffene Konten, ohne begleitenden Blogpost.
Für viele Werbetreibende kommt das überraschend, weil im Juni 2026 genau dieser Zeitplan für Dynamic Search Ads bereits verschoben wurde – der Eindruck, die gesamte Umstellung sei aufgeschoben, ist jedoch falsch. Wir ordnen ein, was am 1. September wirklich passiert, wen es betrifft und was Sie jetzt noch tun können.
1. Was am 1. September 2026 bei Google Ads passiert
Am 5. August 2026 hat Google Ads per E-Mail an betroffene Werbetreibende bestätigt: Suchkampagnen mit automatisch erstellten Assets (Automatically Created Assets, ACA) oder der Broad-Match-Einstellung auf Kampagnenebene werden ab dem 1. September 2026 automatisch auf AI Max für Suchkampagnen umgestellt. Unterschrieben war die Nachricht schlicht vom „Google Ads Team" – ohne den Namen eines Verantwortlichen.
Ursprünglich angekündigt wurde dieser Schritt bereits am 15. April 2026 von Brandon Ervin, Director of Product Management bei Google Ads: An diesem Tag verließ AI Max offiziell die Beta-Phase, und Google kündigte an, dass Dynamic Search Ads (DSA), automatisch erstellte Assets und die Broad-Match-Einstellung im September 2026 gebündelt automatisch upgegradet würden.
Am 11. Juni 2026 verschob Google die automatische Umstellung – aber nur für Dynamic Search Ads – um fünf Monate auf Februar 2027. Begründet wurde das mit Feedback von Werbetreibenden, die im vierten Quartal keine Kampagnenumstellungen riskieren wollten. Für ACA und die Broad-Match-Einstellung blieb der 1. September 2026 jedoch unverändert bestehen; die zugehörigen Google-Hilfeseiten wurden bei der DSA-Verschiebung nicht angepasst.
Kurz gesagt: Es gibt 2026 zwei parallele Fristen. Dynamic Search Ads haben bis Februar 2027 Aufschub. Automatisch erstellte Assets und die kampagnenweite Broad-Match-Einstellung werden dagegen wie ursprünglich geplant zum 1. September 2026 automatisch umgestellt.
2. Wen betrifft es: automatisch erstellte Assets und Broad Match – DSA hat Aufschub
Die Ankündigungs-E-Mail unterscheidet zwei betroffene Gruppen mit jeweils eigener Standardkonfiguration nach der Umstellung:
- Kampagnen mit automatisch erstellten Assets (ACA): erhalten nach dem Upgrade Suchbegriff-Matching und Textanpassung standardmäßig aktiviert.
- Kampagnen mit Broad-Match-Einstellung auf Kampagnenebene: erhalten nach dem Upgrade nur Suchbegriff-Matching – ohne Textanpassung und ohne Final-URL-Expansion.
Konten, die weder das eine noch das andere Feature jemals aktiviert haben, sind von der Umstellung nicht betroffen – für sie ändert sich am 1. September nichts. Für alle anderen schließt sich damit ein Umstellungsfenster, das im April geöffnet wurde und das viele Praktiker fälschlich für ebenfalls verschoben hielten.
In der PPC-Community sorgte die E-Mail entsprechend für Verwirrung: Wer die betroffenen Einstellungen nie aktiv genutzt hatte, fragte sich zu Recht, warum die Nachricht überhaupt im Postfach landete. Die Einordnung der Community war treffend: Für Broad-Match-Konten ist die Umstellung im Kern eine Umbenennung und Verschiebung in einen neuen Funktionsbereich, für ACA-Konten dagegen eine inhaltliche Erweiterung um Ziel-Matching, die es vorher nicht gab.
3. ACA-Kampagnen: Suchbegriff-Matching und Textanpassung standardmäßig an
Automatisch erstellte Assets wurden im Februar 2024 vollständig mit generativer KI für englischsprachige Werbetreibende in den USA und UK ausgerollt: Die Funktion generiert Anzeigentitel und -beschreibungen aus dem Inhalt der Landingpage. Inzwischen heißt das Feature Textanpassung und setzt laut aktueller Dokumentation zwingend AI Max voraus – genau diese technische Abhängigkeit ist der Grund für die Umstellung zum 1. September.
Textanpassung kombiniert extraktive Techniken – etwa das Ziehen von Textfragmenten aus Landingpage-Titeln, Meta-Beschreibungen und Tags – mit generativen Modellen, die auf dem Landingpage-Inhalt basieren. Assets werden mindestens alle 48 Stunden neu geprüft und aktualisiert, sodass sich eine Änderung der Landingpage zeitnah in den generierten Texten niederschlägt. Google-generierte Assets laufen nur aus, wenn sie laut Prognose besser abschneiden als die von Ihnen hinterlegten Titel und Beschreibungen, und fließen in die Ad-Strength-Bewertung ein.
Entscheidend für ACA-Konten: Mit dem Upgrade kommt Suchbegriff-Matching als Standardeinstellung hinzu. Automatisch erstellte Assets steuerten bislang nur die Kreation – welche Anzeigentexte ausgespielt werden. Suchbegriff-Matching steuert dagegen, für welche Suchanfragen eine Anzeige überhaupt in Frage kommt. Wer bislang nur automatisierte Anzeigentexte genutzt hat, erbt ab dem 1. September also zusätzlich eine automatisierte Ausweitung der Suchanfragen – sofern das nicht auf Anzeigengruppenebene deaktiviert wird.
4. Broad-Match-Kampagnen: nur Suchbegriff-Matching – mit Folgen für die Keyword-Priorisierung
Die kampagnenweite Broad-Match-Einstellung ist enger gefasst, als der Name vermuten lässt. Sie wandelt sämtliche vorhandenen Phrase- und Exact-Match-Keywords einer Suchkampagne in Broad Match um und zwingt auch neu angelegte Keywords zu Broad Match. Verfügbar ist die Einstellung nur für Kampagnen mit konversionsbasiertem Smart Bidding.
Nach dem Upgrade erhalten diese Kampagnen ausschließlich Suchbegriff-Matching – ohne Textanpassung und ohne Final-URL-Expansion, da Letztere eine aktive Textanpassung voraussetzt. Angepinnte Assets in responsiven Suchanzeigen bleiben deshalb nach der Umstellung weiterhin respektiert, was besonders für regulierte Branchen relevant ist, die Pflichttexte über Pinning an einer festen Position halten müssen.
Die eigentlich folgenreiche Änderung liegt in der Keyword-Priorisierung. Google nutzt eine vierstufige Hierarchie, um zu entscheiden, welches Keyword im Konto für eine Suchanfrage den Zuschlag erhält: Exact-Match-Keywords, die identisch zur Suchanfrage sind, stehen an erster Stelle. Phrase- und Broad-Match-Keywords beziehungsweise Performance-Max-Suchthemen mit identischer Suchanfrage folgen an zweiter Stelle. KI-basiertes Relevanz-Ranking kommt an dritter Stelle, Ad Rank entscheidet bei verbleibenden Gleichständen.
Kampagnen mit aktivierter Broad-Match-Einstellung werden intern so behandelt, als existiere zu jedem Keyword sowohl eine Broad- als auch eine Exact-Match-Variante. Existiert dasselbe Keyword als Exact Match in einer anderen Kampagne, geht das Keyword mit dem höheren Ad Rank in die Auktion. Ein Zurücksetzen ist möglich: Wird die Einstellung deaktiviert, werden die ursprünglichen Match-Typen wiederhergestellt – umgewandelte Keywords erscheinen dabei zunächst mit Status „entfernt" und müssen manuell reaktiviert werden.
5. Die Zahlen dahinter: Googles 7-Prozent-Versprechen gegen unabhängige Tests
Google begründet die Umstellung mit Performance-Daten: Kampagnen mit dem vollen AI-Max-Funktionsumfang – Suchbegriff-Matching, Textanpassung und Final-URL-Expansion – erzielen laut Google im Schnitt rund 7 % mehr Conversions oder Conversion-Wert bei ähnlichem CPA oder ROAS als Kampagnen mit Suchbegriff-Matching allein. Die Zahl basiert auf internen Google-Daten aus 2026 und schließt Retail-Werbetreibende aus. Beim Beta-Start im Mai 2025 hatte Google noch 14 % mehr Conversions versprochen – die Zahl wurde seither nach unten korrigiert.
Unabhängige Auswertungen zeichnen ein deutlich gemischteres Bild:
- August 2025: Eine Analyse von rund 30.000 Suchbegriffen in Kundenkonten ergab, dass 99 % der AI-Max-Impressionen zu keiner einzigen Conversion führten (Ezra Sackett, Director of Paid Search bei Monks).
- August 2025: AI Max weitete sich aggressiv auf Platzierungen im Search Partner Network aus – dort mit einem laut Intelligency Group um 37 % niedrigeren ROAS als in der klassischen Google-Suche.
- November 2025: Eine Auswertung von über 250 Retail-Kampagnen fand bei AI Max einen um rund 35 % niedrigeren ROAS als bei klassischen Match-Typen.
- August 2026: Die Analyseplattform smec untersuchte 383 Millionen EMEA-E-Commerce-Impressionen: Der Anteil von AI-Max-Expansion an eigentlich exakten Treffern stieg seit Januar 2025 von null auf fast 29 % – Exact Match verliert damit rund jede vierte Impression an AI Max.
Schematische Darstellung ausgewählter Kennzahlen aus Google-Angaben und unabhängigen Studien 2025/2026. Stand: August 2026.
Google reagiert auf die Kritik nicht mit einem Rückzug, sondern mit mehr Kontrollmöglichkeiten – dazu mehr in Abschnitt 7. Im Dezember 2025 stellte Google zudem klar, dass Suchbegriff-Matching auf einer abgeleiteten Absicht beruht statt auf dem exakten Wortlaut der Suchanfrage – was einen Teil der von Werbetreibenden beobachteten Reporting-Abweichungen erklärt.
6. Checkliste vor dem 1. September 2026
Wichtig: Es gibt keine Möglichkeit, automatisch erstellte Assets oder die Broad-Match-Einstellung nach dem 1. September in ihrer bisherigen Form zu behalten. Wer nichts tut, bekommt die Konfiguration von Google vorgegeben – mit den in Abschnitt 3 und 4 beschriebenen Standardeinstellungen.
7. Kontrollmöglichkeiten in AI Max nutzen
Google hat AI Max seit dem Beta-Start im Mai 2025 schrittweise um Steuerungsfunktionen erweitert – nicht zuletzt als Reaktion auf die in Abschnitt 5 beschriebene Kritik:
- Branded Search Controls (seit Mai 2026): drei Optionen, ob und wie AI Max auf Suchanfragen mit Markennamen ausliefert.
- AI Brief (seit 30.04.2026): eine von Gemini gestützte Steuerung in natürlicher Sprache – Kontext zu Geschäft, Botschaft und Zielgruppe fließt direkt in die KI-Entscheidungen ein.
- Text Guidelines: Begriffs-Ausschlüsse, Tonalitäts- und Konzeptvorgaben für generierte Anzeigentexte, mit einer Obergrenze von 25 ausgeschlossenen Begriffen oder Phrasen.
- Text-Disclaimer: erzwingen Pflicht-Compliance-Texte in Anzeigen, die Final-URL-Expansion nutzen.
Auch beim Reporting tut sich einiges: Der Suchbegriff-Report erhält AI Max als eigenen Match-Typ, dazu eine Quell-Spalte, die zwischen Broad-Match-Expansion und keywordlosem Matching unterscheidet, sowie eine kombinierte Ansicht aus Suchbegriff, Anzeigentiteln und URLs. Der Keyword-Report zeigt neue AI-Max-Zusammenfassungszeilen, der Landingpage-Report eine Spalte „Ausgewählt durch".
8. Was das für KMU-Werbebudgets bedeutet
Die September-Umstellung ist kein isoliertes Ereignis, sondern Teil einer klaren Verteilungsstrategie: Google Marketing Live bestätigte am 20. Mai 2026, dass der Zugang zu neuen KI-Suchanzeigenformaten – etwa Conversational Discovery Ads und Highlighted Answers – AI Max für Suchkampagnen oder Performance Max mit Textanpassung voraussetzt. Klassische Search-Konfigurationen erreichen diese neuen Formate schlicht nicht.
Der Trend beschränkt sich nicht auf Google: Microsoft hat im Juli 2026 sein eigenes Predictive Matching zugunsten eines vergleichbaren AI-Max-Produkts eingestellt, das Suchbegriff-Matching, Asset-Personalisierung und URL-Routing in einer Automatisierungsschicht bündelt. Für KMU-Werbetreibende bedeutet das: Ein Ausweichen auf klassisches Suchmaschinenmarketing wird auf mittlere Sicht auf beiden großen Plattformen schwieriger.
Gerade für kleinere Budgets lohnt sich deshalb eine kontrollierte statt einer passiven Migration: Wer AI Max jetzt bewusst mit klaren Markenschutz-, Budget- und Tracking-Vorkehrungen einführt, vermeidet die Streuverluste, die die in Abschnitt 5 zitierten unabhängigen Studien zeigen – und positioniert sich zugleich für den Zugang zu künftigen KI-Anzeigenformaten. Mehr zur Frage, wie sich Suchkampagnen insgesamt durch KI verändern, lesen Sie auch in unserem Beitrag zu AI Max für Suchkampagnen 2026 sowie im Überblick zu den Performance-Max-Updates 2026.
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9. Fazit: Kontrolliert umsteigen statt überrumpeln lassen
Der 1. September 2026 markiert keinen Ausnahmefall, sondern den nächsten Schritt in Googles Strategie, Suchkampagnen konsequent auf KI-Automatisierung umzustellen. Automatisch erstellte Assets und die Broad-Match-Einstellung verschwinden als eigenständige Funktionen und gehen vollständig in AI Max auf – mit spürbaren Folgen für Ziel-Matching und Keyword-Priorisierung.
Wer die Umstellung ignoriert, bekommt die Standardkonfiguration von Google vorgegeben. Wer sie stattdessen aktiv gestaltet – mit geprüften Budgets, funktionierenden Tracking-Templates und aktivem Markenschutz – behält die Kontrolle über ein Werkzeug, das laut unabhängigen Studien deutlich uneinheitlicher performt, als Googles eigene Zahlen suggerieren.
Unsere Einschätzung: Die Frist selbst lässt sich nicht verhandeln, die Konfiguration danach aber sehr wohl. KMU-Konten, die jetzt aktiv entscheiden statt passiv upzugraden, sichern sich einen echten Vorsprung – bei Budgeteffizienz genauso wie beim Zugang zu künftigen KI-Suchformaten.
10. FAQ: Die wichtigsten Fragen zum AI-Max-Update
Was passiert am 1. September 2026 bei Google Ads?
Google Ads schaltet Suchkampagnen mit automatisch erstellten Assets (ACA) oder der Broad-Match-Einstellung auf Kampagnenebene automatisch auf AI Max um. Die Ankündigung erfolgte am 5. August 2026 per E-Mail an betroffene Werbetreibende. Dynamic Search Ads (DSA) selbst sind davon ausgenommen – deren automatische Umstellung wurde bereits am 11. Juni 2026 auf Februar 2027 verschoben.
Kann ich die automatische Umstellung auf AI Max verhindern?
Ja. Wer die automatische Umstellung vermeiden will, muss vor dem 1. September 2026 entweder automatisch erstellte Assets beziehungsweise die Broad-Match-Einstellung in den betroffenen Kampagnen manuell deaktivieren oder selbst aktiv auf AI Max umstellen. Eine dritte Option, die die alten Einstellungen unverändert beibehält, gibt es laut Google nicht.
Was ändert sich konkret für meine Kampagnen?
Kampagnen mit automatisch erstellten Assets erhalten nach der Umstellung Suchbegriff-Matching und Textanpassung standardmäßig aktiviert. Kampagnen mit der Broad-Match-Einstellung erhalten nur Suchbegriff-Matching, jedoch keine automatische Textanpassung oder Final-URL-Expansion. Zusätzlich ändert sich bei Broad-Match-Kampagnen die Keyword-Priorisierung: Bestehende Keywords werden intern wie eine Kombination aus Broad- und Exact-Match behandelt.
Lohnt sich AI Max für kleine und mittlere Werbebudgets?
Google gibt für den vollen AI-Max-Funktionsumfang im Schnitt rund 7 % mehr Conversions bei ähnlichem CPA an. Unabhängige Auswertungen zeichnen ein gemischteres Bild: Eine Analyse von über 250 Retail-Kampagnen fand rund 35 % niedrigeren ROAS gegenüber klassischen Match-Typen, eine Untersuchung von rund 30.000 Suchbegriffen fand bei 99 % der AI-Max-Impressionen keine Conversion. Für KMU-Budgets bedeutet das: AI Max kontrolliert und mit engem Monitoring einführen statt blind laufen lassen.