1. Looker Studio heißt jetzt Data Studio
Wer nach Looker Studio sucht, landet inzwischen in der Hilfe von Data Studio. Google hat am 13. April 2026 angekündigt, Looker Studio in Data Studio umzubenennen; die kostenpflichtige Ausgabe Looker Studio Pro heißt entsprechend Data Studio Pro. Laut Ankündigung werden alle bestehenden Berichte, Datenquellen und Nutzer ohne eigenes Zutun in die neue Umgebung übernommen. In der Dokumentation bezeichnet Google Data Studio als kostenloses Werkzeug. Für ein KMU-Dashboard reicht die kostenlose Fassung.
2. Welche Quellen Sie anbinden
Data Studio verbindet sich über sogenannte Connectoren mit Datenquellen. Google führt eigene Connectoren unter anderem für Google Analytics, Google Ads, Search Console, YouTube Analytics, Google Sheets, BigQuery sowie Excel- und CSV-Dateien. Daneben gibt es Connectoren von Drittanbietern.
Für den Anfang genügen drei Quellen:
- Google Ads für Ausgaben, Klicks und Conversions aus bezahlter Suche.
- Google Analytics 4 für Besuche, Kanäle und Anfragen auf der Website.
- Search Console für organische Klicks und Impressionen aus der Google-Suche.
In der Liste der Google-Connectoren finden sich keine für Meta oder LinkedIn. Wer diese Kanäle einbeziehen will, nutzt einen Drittanbieter-Connector oder exportiert die Zahlen regelmäßig in ein Google Sheet, das Data Studio dann liest. Welche Dienste sich dafür eignen und was sie kosten, beschreibt der Beitrag Supermetrics vs. Windsor.ai.
Die Reihenfolge verhindert, dass Sie Diagramme bauen, bevor klar ist, welche Frage sie beantworten.
3. Die fünf Kennzahlen, die reichen
Ein Dashboard für die Geschäftsführung sollte auf eine Bildschirmseite passen. Diese fünf Kennzahlen decken für die meisten B2B-Unternehmen das Wesentliche ab:
- Werbeausgaben im Zeitraum, aus Google Ads und gegebenenfalls weiteren Kanälen.
- Anfragen, also die Conversions, die wirklich eine Kontaktaufnahme bedeuten.
- Kosten je Anfrage, errechnet aus Ausgaben geteilt durch Anfragen. Ob der Wert gut ist, entscheidet Ihr eigener Rechenweg; der Lead-Rechner liefert einen Ausgangswert.
- Organische Klicks aus der Search Console, als Maß dafür, wie viel Besuch ohne Werbebudget kommt.
- Conversion-Rate der Website, also der Anteil der Besuche, aus denen eine Anfrage wird.
Jede Kennzahl bekommt einen Vergleich zum Vormonat oder Vorjahreszeitraum. Mehr braucht die erste Seite nicht. Detailseiten für einzelne Kanäle können Sie später ergänzen.
4. So bauen Sie den Bericht
Legen Sie in Data Studio einen neuen Bericht an und fügen Sie nacheinander die drei Datenquellen hinzu. Für jede Quelle brauchen Sie mindestens Lesezugriff auf das jeweilige Konto.
Oben auf die Seite gehören ein Zeitraumfilter und die fünf Übersichtskacheln. Darunter ein Liniendiagramm mit den Anfragen im Zeitverlauf, aufgeteilt nach Kanal. Eine kleine Tabelle mit den wichtigsten Kampagnen oder Suchbegriffen rundet die Seite ab.
Für die Kosten je Anfrage müssen Sie Daten aus zwei Quellen verbinden, wenn die Anfragen aus Analytics und die Kosten aus Google Ads kommen. Data Studio nennt das Zusammenführen („Blend“) und erlaubt laut Dokumentation bis zu fünf Datenquellen in einer Verknüpfung. Die Verknüpfung funktioniert nur über gleiche Werte, etwa gleiches Datum oder gleichen Kampagnennamen. Einfacher ist es oft, Kosten und Conversions direkt aus Google Ads zu nehmen, sofern dort nur echte Anfragen als Conversion zählen.
5. Typische Fehler
Zahlen passen nicht zusammen. Google Ads und Google Analytics zählen Conversions nach unterschiedlichen Regeln. Stellen Sie deshalb Anfragen aus beiden Quellen nicht nebeneinander, als müssten sie gleich sein. Legen Sie fest, welche Quelle für welche Kennzahl gilt, und schreiben Sie das in den Bericht. Wenn schon die Grundmessung wackelt, hilft zuerst eine Tracking-Analyse.
Daten wirken veraltet. Laut Google werden Daten aus Google Ads, Google Analytics und Search Console standardmäßig alle 12 Stunden aktualisiert. Wer morgens die Zahlen vom Vortag vergleicht, sollte das wissen, bevor er an einen Fehler glaubt.
Falsche Freigaben. Datenquellen können mit den Anmeldedaten des Eigentümers oder mit denen der Betrachter laufen. Mit Eigentümer-Anmeldedaten sehen alle, mit denen Sie den Bericht teilen, die Daten, auch ohne eigenen Zugang zum Konto. Google rät, solche Berichte nur mit vertrauenswürdigen Personen zu teilen.
Zu viel auf einer Seite. Ein Dashboard mit zwanzig Diagrammen wird nach zwei Wochen nicht mehr geöffnet. Fünf Kennzahlen, die jeder versteht, sind mehr wert.
Neue Kanäle fehlen. Besuche aus ChatGPT und anderen KI-Assistenten sollten im Dashboard nicht unter „Sonstige“ verschwinden. Wie Sie diese Besuche in Analytics erfassen, zeigt der Beitrag GA4 misst KI-Traffic.
6. Checkliste
- Schreiben Sie vorher drei Fragen auf, die das Dashboard beantworten soll.
- Binden Sie zuerst nur Google Ads, Analytics 4 und Search Console an.
- Beschränken Sie die erste Seite auf fünf Kennzahlen mit Vergleichszeitraum.
- Legen Sie für jede Kennzahl fest, aus welcher Quelle sie stammt.
- Gleichen Sie die Zahlen einmal mit den Originalkonten ab.
- Prüfen Sie, ob Datenquellen mit Eigentümer- oder Betrachter-Anmeldedaten laufen.
- Planen Sie einen festen Termin, an dem das Dashboard gemeinsam angesehen wird.
7. Fazit
Ein einfaches Marketing-Dashboard mit Data Studio ist kostenlos und an einem Nachmittag gebaut, wenn Sie sich auf drei Google-Quellen und fünf Kennzahlen beschränken. Es ersetzt das Zusammensuchen von Zahlen aus mehreren Konten und schafft eine gemeinsame Grundlage für Entscheidungen. Einschränkung: Das Dashboard ist nur so verlässlich wie die Messung dahinter, und Kanäle außerhalb von Google brauchen einen zusätzlichen Connector oder einen regelmäßigen Export. Wer die Datenbasis nicht geprüft hat, sollte damit anfangen, bevor er Diagramme baut.
8. Häufige Fragen
Ist Looker Studio noch kostenlos?
Looker Studio heißt seit April 2026 Data Studio. Google bezeichnet Data Studio in der Dokumentation als kostenloses Werkzeug. Daneben gibt es die kostenpflichtige Ausgabe Data Studio Pro mit zusätzlichen Funktionen für Zusammenarbeit und Verwaltung.
Was ist der Unterschied zwischen Looker Studio und Data Studio?
Es ist dasselbe Werkzeug unter neuem Namen. Google hat Looker Studio im April 2026 wieder in Data Studio umbenannt und angekündigt, dass bestehende Berichte und Datenquellen ohne Zutun übernommen werden.
Kann ich Meta- und LinkedIn-Daten in Data Studio anzeigen?
Nicht über einen Google-Connector. Möglich ist es über Connectoren von Drittanbietern oder indem Sie die Zahlen regelmäßig in ein Google Sheet exportieren, das Data Studio als Quelle nutzt.
Wie oft werden die Daten in Data Studio aktualisiert?
Laut Google werden Daten aus Google Ads, Google Analytics und Search Console standardmäßig alle 12 Stunden aktualisiert. Die Aktualität lässt sich je Datenquelle einstellen.
Welche Kennzahlen gehören in ein Marketing-Dashboard?
Für die meisten B2B-Unternehmen reichen Werbeausgaben, Anfragen, Kosten je Anfrage, organische Klicks und die Conversion-Rate der Website. Wichtig ist ein Vergleichszeitraum, damit Veränderungen sichtbar werden.