1. Warum das Profil auch im B2B zählt
Viele Industrie- und Dienstleistungsbetriebe halten das Unternehmensprofil für ein Thema von Restaurants und Friseuren. Das ist ein Irrtum. Wer nach einem Lohnfertiger, einem Steuerberater oder einem IT-Dienstleister in der Region sucht, bekommt das Profil oft vor der Website zu sehen, in der Suche und in Google Maps. Für viele Suchende ist es der erste Eindruck: Telefonnummer, Adresse, Bewertungen, Öffnungszeiten.
Google nennt in seiner Hilfe drei Faktoren für das lokale Ranking: Relevanz, Entfernung und Bekanntheit. Relevanz beschreibt, wie gut ein Profil zur Suchanfrage passt, und lässt sich laut Google durch vollständige und genaue Angaben verbessern. Bei der Bekanntheit spielen unter anderem Rezensionen eine Rolle (Google Unternehmensprofil-Hilfe, „Tipps zur Verbesserung des lokalen Rankings“, abgerufen am 30. September 2026). Die Entfernung können Sie nicht beeinflussen, die beiden anderen Faktoren schon.
Hinzu kommt die KI-Suche. Wenn Assistenten und KI-Antworten eine lokale Frage beantworten, greifen sie auf Firmendaten aus dem Netz zurück. Welche Quellen genau einfließen, legen die Anbieter nicht vollständig offen. Sicher ist nur: Widersprüchliche Angaben zu Name, Adresse und Leistungen machen es jedem System schwerer, Ihr Unternehmen richtig zuzuordnen. Ein gepflegtes Profil ist deshalb auch eine Grundlage für lokale KI-Sichtbarkeit, allerdings keine Garantie, in einer KI-Antwort genannt zu werden.
2. Die Grunddaten: Name, Adresse, Einzugsgebiet
Die Richtlinien von Google sind hier eindeutig. Der Name soll dem echten Unternehmensnamen entsprechen, wie er auf Schild und Briefpapier steht. Slogans, Ortsnamen zur Suchoptimierung oder Leistungsbegriffe im Namen sind nicht erlaubt und können zu Einschränkungen führen.
Bei der Adresse gilt: Postfächer und Briefkästen an fremden Standorten sind nicht zulässig. Virtuelle Büros sind laut Google nur erlaubt, wenn sie während der Geschäftszeiten besetzt sind. Wer keine Kunden am Standort empfängt, etwa ein Montagebetrieb oder ein Außendienst, blendet die Adresse aus und gibt stattdessen ein Einzugsgebiet an. Dessen Grenzen sollen laut Google nicht mehr als etwa zwei Autostunden vom Standort entfernt liegen (Google, „Richtlinien für die Präsentation Ihres Unternehmens“, abgerufen am 30. September 2026).
Pro Standort gibt es ein Profil. Wer drei Niederlassungen hat, pflegt drei Profile, und zwar mit einheitlicher Schreibweise.
3. Kategorien: eine primäre, wenige zusätzliche
Die primäre Kategorie ist die wichtigste Einzelangabe. Google empfiehlt, eine Kategorie zu wählen, die das Kerngeschäft beschreibt, nach dem Muster „Dieses Unternehmen ist …“ und nicht „Dieses Unternehmen hat …“. Zusätzliche Kategorien sollen laut Google nicht für jedes Produkt vergeben werden, sondern nur für wesentliche Geschäftsbereiche (Google, „Unternehmenskategorie verwalten“, abgerufen am 30. September 2026).
Für B2B-Betriebe ist das oft die schwierigste Entscheidung, weil die Kategorienliste stark auf Endkunden zugeschnitten ist. Suchen Sie die engste Kategorie, die wirklich passt, und schauen Sie, welche Kategorie die Wettbewerber in Ihrer Region nutzen. Eine zu breite Kategorie wie „Unternehmensberatung“ ist ehrlicher als eine falsche, die mehr Suchvolumen verspricht.
4. Beschreibung und Dienstleistungen
Die Unternehmensbeschreibung darf laut Google höchstens 750 Zeichen lang sein. Sie soll sagen, was Sie anbieten, was Sie auszeichnet und wie lange es das Unternehmen gibt (Google, „Unternehmensprofil bearbeiten“, abgerufen am 30. September 2026). Für B2B heißt das: Leistungen in den Worten beschreiben, in denen Kunden suchen, Branchen und Region nennen, keine Werbeversprechen.
Unter Dienstleistungen können Sie Vorschläge von Google übernehmen oder eigene Leistungen anlegen, jeweils mit Beschreibung und optional mit Preis. Preise, Telefonnummern oder personenbezogene Daten gehören laut Google nicht in die Bezeichnung einer eigenen Dienstleistung, sondern höchstens in die Details (Google, „Dienstleistungen verwalten“, abgerufen am 30. September 2026). Gerade hier lohnt sich Sorgfalt, denn die Leistungsliste ist die Stelle, an der ein Profil zur konkreten Suchanfrage passt.
Eine feste Reihenfolge, die in etwa einer halben Stunde erledigt ist.
5. Öffnungszeiten und Google-Updates
Falsche Öffnungszeiten kosten Anrufe und Vertrauen. Tragen Sie reguläre Zeiten ein und pflegen Sie Feiertage und Betriebsferien als besondere Öffnungszeiten.
Wichtiger als viele denken: Google ändert Profile auch selbst, auf Grundlage von Nutzerhinweisen und anderen Quellen. Solche Änderungen sind im Profileditor blau markiert. Laut Google haben Inhaber vier Tage Zeit, vorgeschlagene Änderungen zu prüfen, bevor sie unter Umständen veröffentlicht werden (Google, „Google-Updates für Unternehmensprofile“, abgerufen am 30. September 2026). Wer das Profil monatelang nicht öffnet, bemerkt falsche Telefonnummern oder verschobene Kartenpunkte erst, wenn ein Kunde anruft. Deshalb gehört eine Person mit Zugang und fester Zuständigkeit dazu, nicht nur eine Agentur, die einmal im Jahr hineinschaut.
6. Rezensionen: bitten, antworten, keine Anreize
Rezensionen sind im B2B seltener als im Einzelhandel, wirken aber stärker, weil jede einzelne gelesen wird. Google stellt einen Link und einen QR-Code bereit, mit dem Sie zufriedene Kunden um eine Bewertung bitten können. Anreize wie Rabatte oder Geschenke für eine Bewertung sind ausdrücklich verboten und können zu Einschränkungen des Profils führen (Google, „Tipps für mehr Rezensionen“, abgerufen am 30. September 2026).
Beim Antworten empfiehlt Google kurze, höfliche und hilfreiche Texte, bei Kritik mit einem konkreten Lösungsweg. Antworten werden vor der Veröffentlichung geprüft. Praktisch bewährt: nach Projektabschluss eine persönliche Mail mit dem Bewertungslink, und eine Person, die jede neue Rezension innerhalb weniger Tage beantwortet.
7. Beiträge, Fotos, Attribute
Über Beiträge lassen sich Neuigkeiten, Angebote und Veranstaltungen zeigen. Beiträge ohne angegebenen Zeitraum werden laut Google nach sechs Monaten archiviert (Google, „Beiträge erstellen und verwalten“, abgerufen am 30. September 2026). Für B2B genügt oft ein Beitrag im Monat, etwa zu einem Messetermin, einem Projekt oder einer neuen Leistung.
Fotos sollten echte Räume, Maschinen, Fahrzeuge und das Team zeigen, keine Archivbilder. Attribute wie Barrierefreiheit oder Angaben zur Unternehmensidentität hängen von Land und Kategorie ab; einige setzen Sie selbst, andere ergänzt Google aus Nutzerhinweisen. Prüfen Sie, welche für Sie angeboten werden, und füllen Sie nur zutreffende aus.
8. Checkliste
- Name exakt wie auf Schild und Briefpapier, ohne Zusätze
- Adresse oder Einzugsgebiet nach den Google-Richtlinien, ein Profil je Standort
- eine passende primäre Kategorie, nur wenige zusätzliche
- Beschreibung mit Leistungen, Branchen und Region, höchstens 750 Zeichen
- Dienstleistungen vollständig und mit Beschreibung angelegt
- reguläre und besondere Öffnungszeiten aktuell
- Google-Updates mindestens monatlich prüfen
- Bewertungslink nach jedem Projekt verschicken, neue Rezensionen zeitnah beantworten
9. Fazit
Das Unternehmensprofil ist für Mittelständler kein Nebenschauplatz, sondern oft der erste Kontakt mit einem Suchenden. Die meisten Verbesserungen kosten wenig Zeit: saubere Grunddaten, eine treffende Kategorie, vollständige Leistungen und eine monatliche Kontrolle. Die Einschränkung: Ein gepflegtes Profil verbessert die Voraussetzungen, garantiert aber weder eine bestimmte Position in Maps noch eine Nennung in KI-Antworten, weil Entfernung und Bekanntheit mitentscheiden. Wenn Sie wissen möchten, wie Ihr Profil im Vergleich zum Wettbewerb dasteht, sprechen wir gern darüber.
10. Häufige Fragen
Braucht ein B2B-Unternehmen ohne Laufkundschaft ein Google-Unternehmensprofil?
In den meisten Fällen ja. Auch Geschäftskunden suchen Dienstleister und Zulieferer über Google und Google Maps. Wer keine Kunden am Standort empfängt, kann die Adresse ausblenden und ein Einzugsgebiet angeben.
Wie oft sollte man das Unternehmensprofil pflegen?
Eine feste monatliche Kontrolle reicht für die meisten Betriebe. Dabei werden Google-Updates, Grunddaten, Rezensionen und Leistungen geprüft. Bei Umzug, neuer Telefonnummer oder Betriebsferien sollte die Änderung sofort erfolgen.
Darf man Keywords in den Unternehmensnamen schreiben?
Nein. Laut den Google-Richtlinien muss der Name dem echten Unternehmensnamen entsprechen, wie er auch im Auftritt verwendet wird. Zusätze wie Leistungen oder Orte können zu Einschränkungen des Profils führen.
Warum hat sich mein Profil geändert, ohne dass ich etwas gemacht habe?
Google aktualisiert Profile auch auf Grundlage von Nutzerhinweisen und anderen Quellen. Solche Änderungen sind im Profileditor blau markiert. Sie können sie prüfen und annehmen oder ablehnen.
Hilft das Unternehmensprofil bei der Sichtbarkeit in KI-Antworten?
Einheitliche und vollständige Firmendaten erleichtern es Suchmaschinen und KI-Systemen, ein Unternehmen richtig zuzuordnen. Welche Quellen KI-Antworten im Einzelnen nutzen, legen die Anbieter nicht vollständig offen. Das Profil ist deshalb eine Grundlage, aber kein Hebel mit garantierter Wirkung.