Der Block „Ähnliche Fragen“ – international People Also Ask, kurz PAA – war jahrelang eine der verlässlichsten Quellen für Klicks aus Informationsfragen. Wer eine Frage präzise beantwortete, tauchte dort mit einem Textausschnitt und einem Link auf. Dieses Modell ist im Spätsommer 2026 stillschweigend beendet worden: Die Antworten in diesem Block kommen jetzt fast ausschließlich aus AI Overviews.

Das ist keine Einschätzung, sondern ein Messergebnis aus zwei voneinander unabhängigen Datensätzen. Und es fällt mit einer zweiten Änderung zusammen: AI Overviews erweitern sich für bestimmte Suchanfragen automatisch zu einer vollständigen KI-Antwort samt Eingabefeld – ohne dass jemand auf „Mehr anzeigen“ klickt. Beides zusammen verschiebt die organischen Treffer weiter nach unten. Zeit, das nüchtern einzuordnen.

Key-Visual: 97 Prozent der People-Also-Ask-Antworten bei Google sind AI Overviews – Grünberg.Digital. KI-Blog
Von 12 auf 97 Prozent in 14 Monaten: Googles „Ähnliche Fragen“ werden fast vollständig von KI beantwortet.
Der Befund

1. Der Befund: Zwei Datensätze, ein Ergebnis

Den Anstoß gab Anfang September ein Beitrag von Saeed Khosravi vom Tool-Anbieter Allintitle: Dessen „Also Ask Miner“ zeigt, dass die Antworten im PAA-Block seit August 2026 in seinen Daten zu 100 % KI-generiert sind. Search Engine Roundtable hat daraufhin Mark Williams-Cook vom Tool AlsoAsked um eine Gegenprobe gebeten – mit einem deutlich größeren Datensatz.

AlsoAsked hat dafür 19,2 Millionen englischsprachige Suchanfragen aus dem Jahr 2026 ausgewertet. Ergebnis: In der ersten Septemberwoche waren 97 % der Antworten in „Ähnliche Fragen“ AI Overviews, im August waren es 86 %. Williams-Cook rechnet damit, dass die 100 Prozent „in Kürze“ erreicht sind. Beide Datensätze zeigen also dieselbe Kurve; der Unterschied von drei Prozentpunkten liegt im Stichprobenumfang und im Messzeitraum.

Kurz gesagt: „Ähnliche Fragen“ ist kein Block mit Website-Ausschnitten mehr, sondern ein Block mit KI-Antworten. Wer dort bisher Klicks geholt hat, konkurriert jetzt nicht mehr mit anderen Websites um den Ausschnitt, sondern wird – bestenfalls – als Quelle einer KI-Antwort verlinkt.

Die Zahlen

2. Die Zahlen: Von 12 auf 97 Prozent in 14 Monaten

12 %
PAA-Antworten aus AI Overviews vor 14 Monaten (AlsoAsked, Sommer 2025)
86 %
im August 2026 (AlsoAsked, 19,2 Mio. Suchanfragen)
97 %
in der ersten Septemberwoche 2026 – Allintitle meldet bereits 100 %

Bemerkenswert ist weniger der Endwert als das Tempo. Als AlsoAsked im Sommer 2025 erstmals KI-Antworten im PAA-Block beobachtete, lag der Anteil bei rund 12 %. Ein Jahr später sind es 86 %, wenige Wochen darauf 97 %. Der Sprung von August auf September ist der steilste Abschnitt der Kurve – Google hat den Schalter offenbar nicht schrittweise, sondern in einem Zug umgelegt.

Anteil der KI-Antworten in „Ähnliche Fragen“ (People Also Ask)
Anteil der AI Overviews an People-Also-Ask-Antworten 2025 bis 2026 0 % 50 % 100 % 12 % Sommer 2025 AlsoAsked 86 % August 2026 AlsoAsked, 19,2 Mio. 97 % September 2026 1. Woche, AlsoAsked

Quelle: AlsoAsked (Stichprobe 19,2 Mio. englischsprachige Suchanfragen 2026), zitiert nach Search Engine Roundtable, 9. September 2026. Allintitle misst seit August 2026 100 %.

Eine Einschränkung gehört dazu: Beide Datensätze sind englischsprachig. Für deutsche Suchanfragen gibt es keine vergleichbare Messung. Da Google AI Overviews in Deutschland seit 2025 ausspielt und Funktionen in der Regel mit einigen Wochen Verzögerung folgen, ist von derselben Entwicklung auszugehen – der exakte Anteil für den deutschen Markt ist aber nicht belegt.

Rückblick

3. Was „Ähnliche Fragen“ bisher für Websites geleistet haben

Der PAA-Block funktionierte bislang wie ein zweites Featured Snippet – nur mit mehr Plätzen. Für jede eingeblendete Frage wählte Google einen Absatz, eine Liste oder eine Tabelle von einer Website aus und zeigte sie beim Aufklappen mit Titel und Link. Drei Eigenschaften machten das für kleine und mittlere Unternehmen attraktiv:

  • Niedrige Einstiegshürde: Für einen PAA-Platz brauchte es keine Top-3-Platzierung, sondern eine präzise, gut strukturierte Antwort auf genau diese Frage. Auch kleinere Domains kamen so auf Seite eins.
  • Themenbreite: Der Block klappt sich beim Öffnen weiter auf und blendet immer neue Fragen ein. Eine Ratgeberseite konnte über Dutzende Varianten einer Frage sichtbar werden.
  • Messbarkeit: Klicks aus dem Block landeten als normale organische Klicks in der Search Console. Der Effekt einer FAQ-Optimierung war innerhalb weniger Wochen sichtbar.

Genau diese Mechanik ist jetzt ersetzt. Die Frage bleibt, die Antwort kommt von der KI – und der Link zur Website ist nicht mehr die Antwort, sondern eine von mehreren Quellenangaben unter einer Antwort, die der Nutzer bereits gelesen hat.

Auswirkungen

4. Was sich für Klicks und Sichtbarkeit ändert

4.1 Aus einem Ausschnitt wird eine Zitierung

Bisher wurde eine Website im PAA-Block zitiert, indem sie angezeigt wurde: Der Ausschnitt war ihr Text. Jetzt wird sie – wenn überhaupt – als Quelle verlinkt, während der Text von Gemini formuliert ist. Der Nutzer bekommt seine Antwort, ohne den Link zu brauchen. Für reine Informationsfragen sinkt die Klickwahrscheinlichkeit damit weiter; wie stark, hängt von der Frage ab. Was wir über die Mechanik des Zitiertwerdens wissen und was nicht, haben wir in GEO ohne Mythos zusammengetragen.

4.2 Nicht jede Frage ist gleich betroffen

Fragen mit einer eindeutigen, kurzen Antwort („Wie lange ist die Kündigungsfrist …?“) werden vollständig in der KI-Antwort erledigt. Fragen, deren Antwort von der Situation abhängt („Welche Heizung passt zu meinem Haus?“) oder die eine Handlung auslösen („Wo kann ich … buchen?“), führen weiterhin zur Quelle – oft sogar gezielter, weil die KI-Antwort den Bedarf vorsortiert. Die Unterscheidung, die wir in Zero-Click-Suche 2026 beschrieben haben, gilt hier unverändert.

4.3 Die Messung verschiebt sich

Impressionen aus dem PAA-Block zählten bisher als normale Suche. Tauchen Sie jetzt als Quelle einer KI-Antwort auf, erscheint das in der Search Console im Bericht zu generativer KI – die Klickzahl in der klassischen Ansicht kann sinken, während die tatsächliche Sichtbarkeit gleich bleibt oder steigt. Wer nur die Klick-Kurve betrachtet, zieht falsche Schlüsse.

Zweite Änderung

5. Zweite Baustelle: AI Overviews klappen sich von selbst auf

Fast zeitgleich hat Google Ende August 2026 eine zweite Änderung bestätigt. Bisher zeigte eine AI Overview zunächst nur einen Anriss; die vollständige Antwort erschien erst nach einem Klick auf „Mehr anzeigen“. Für manche Suchanfragen entfällt dieser Klick jetzt: Die AI Overview lädt sofort in voller Länge – vergleichbar mit einer Antwort im AI Mode – und blendet darunter das Eingabefeld „Frag mich alles“ für Folgefragen ein. Die zehn organischen Treffer rutschen dadurch deutlich weiter nach unten.

Google beschreibt das so: AI Overviews würden sich „dynamisch erweitern“, wenn die Systeme das für eine Suchanfrage als am hilfreichsten einstuften; Nutzer fänden die Suche damit hilfreicher und stiegen tiefer in Folgefragen ein. Robby Stein aus dem Google-Search-Team ergänzte, dass die Erweiterung abgebrochen wird, sobald jemand bereits zu scrollen begonnen hat – die Leseposition soll nicht verloren gehen. Entdeckt hatte das Verhalten der SEO Chris Long am 27. August; Search Engine Roundtable konnte es reproduzieren.

Einordnung: Beides sind Schritte in dieselbe Richtung. Der PAA-Block liefert KI-Antworten auf Nebenfragen, die erweiterte AI Overview liefert die KI-Antwort auf die Hauptfrage samt Chat-Feld. Die Suchergebnisseite wird damit für Informationsfragen zur KI-Oberfläche, in der klassische Treffer den Anhang bilden. Wer AI Overviews für die eigene Website lieber abschalten möchte, findet die Option und ihre Folgen im Beitrag AI Overviews abschalten? Der neue Search-Console-Schalter.

Für den Mittelstand

6. Was das für KMU konkret heißt

Für ein mittelständisches Unternehmen mit Ratgeberseiten, FAQ-Bereich oder Blog folgen daraus drei nüchterne Konsequenzen:

  • Informations-Content bringt weniger direkte Klicks – aber nicht weniger Wirkung. Die Frage wird beantwortet, und Ihre Marke kann als Quelle daneben stehen. Das ist ein anderer Wert als ein Klick: Er zahlt auf Bekanntheit und Vertrauen ein, nicht auf die Sitzungszahl in GA4.
  • Der Klick verschiebt sich zur Entscheidung hin. Wer nach der KI-Antwort noch klickt, hat bereits Grundwissen und will vergleichen, prüfen oder handeln. Diese Besucher sind weniger, aber näher am Abschluss – Landingpages, Preisseiten und Kontaktwege müssen das auffangen.
  • Die Abhängigkeit vom organischen Klick wird zum Risiko. Ein Newsletter, ein gepflegtes Google Business Profile, direkte Anfragen und eigene Kundendaten sind Kanäle, die Google nicht umbauen kann. Warum das das Fundament ist, steht in First-Party-Daten 2026.
Ihr Aktionsplan

7. Was Sie jetzt tun sollten

Sechs Schritte für die nächsten Wochen
1
Bestandsaufnahme der Fragen-Seiten Listen Sie alle Seiten, die auf Fragen antworten (FAQ, Ratgeber, Glossar). Ziehen Sie in der Search Console die Klicks der letzten 16 Wochen nach Seite und notieren Sie, wo Klicks seit August sinken, ohne dass die Impressionen sinken.
2
Antworten zitierfähig schreiben Die erste Antwort auf jede Frage steht in zwei bis drei klaren Sätzen direkt unter der Überschrift – mit Zahl, Frist oder Bedingung. Erst danach Kontext und Einschränkungen. KI-Systeme übernehmen solche Passagen bevorzugt und nennen die Quelle.
3
Technik nicht vernachlässigen Ohne saubere Indexierung, schnelle Auslieferung und strukturierte Daten kommt Ihr Text gar nicht in die Auswahl. Warum Textarbeit allein nicht reicht, zeigt GEO ohne technisches SEO.
4
Handlungsseiten stärken Besucher, die nach der KI-Antwort noch klicken, wollen vergleichen oder anfragen. Prüfen Sie Preis-, Leistungs- und Kontaktseiten auf klare nächste Schritte, kurze Formulare und sichtbare Belege (Bewertungen, Referenzen, Zertifikate).
5
Marke und Autorität ausbauen KI-Antworten nennen Quellen, die als vertrauenswürdig gelten: eindeutige Autorenangaben, Unternehmensdaten, Erwähnungen auf Drittseiten. Was dabei zählt, erklärt E-E-A-T für KI.
6
Eigene Kanäle aufbauen Newsletter-Anmeldung auf jeder Ratgeberseite, Google Business Profile mit aktuellen Beiträgen, Rückrufoption statt nur E-Mail. Jeder Kontakt, der nicht über einen Google-Klick läuft, macht Sie unabhängiger von der nächsten Änderung.

Sie möchten wissen, ob Ihre Website in KI-Antworten überhaupt vorkommt? Der kostenlose AI-Visibility-Check zeigt es in wenigen Minuten. Für eine strukturierte Neuausrichtung vereinbaren Sie ein kostenloses Erstgespräch.

Messung

8. Was Sie ab jetzt messen sollten

Die klassische Klickkurve in der Search Console erzählt nur noch die halbe Geschichte. Drei Kennzahlen gehören ab sofort dazu:

  • Impressionen in generativen KI-Funktionen: Der Search-Console-Bericht zu generativer KI weist aus, wie oft Ihre Seiten in AI Overviews und AI Mode erschienen sind. Wie Sie ihn lesen, steht in Search Console Generative-AI-Bericht.
  • Traffic aus KI-Assistenten in GA4: Besuche aus ChatGPT, Gemini, Perplexity und Co. laufen seit 2026 in einer eigenen Kanalgruppe. Sie zeigt, ob Zitierungen tatsächlich Besucher bringen – Details in GA4 misst jetzt KI-Traffic.
  • Conversion-Rate statt Sitzungszahl: Weniger, aber qualifiziertere Besucher bedeuten: Die Sitzungen sinken, die Abschlüsse pro Sitzung sollten steigen. Bleibt die Conversion-Rate flach, liegt das Problem auf der Landingpage, nicht bei Google.

Wichtig für die Bewertung: Vergleichen Sie Zeiträume vor und nach dem August 2026 getrennt. Ein Klickrückgang, der genau mit dem Umschalten des PAA-Blocks zusammenfällt, ist kein Ranking-Verlust und wird durch klassische SEO-Maßnahmen nicht zurückkommen.

Das Gesamtbild

9. Fazit: Die Frage wird beantwortet – die Frage ist, von wem

Von 12 auf 97 Prozent in 14 Monaten: Google hat den Block „Ähnliche Fragen“ vollständig auf KI-Antworten umgestellt und lässt AI Overviews für manche Suchanfragen ohne Klick in voller Länge erscheinen. Für Websites heißt das, dass die Antwort auf eine Frage nicht mehr ihr Text ist, sondern ein KI-Text, unter dem sie im besten Fall als Quelle steht.

Das ist ein Verlust an direkten Klicks für Informationsinhalte, aber kein Verlust an Bedeutung. Wer präzise antwortet, technisch sauber ausliefert und als Marke erkennbar ist, wird zitiert – und bekommt die Besucher, die nach der Antwort noch etwas entscheiden wollen. Wer weiter nur auf die Klickkurve schaut, optimiert gegen eine Suche, die es so nicht mehr gibt.

Unsere Einschätzung: Die 100 Prozent sind eine Frage von Wochen, nicht von Jahren. Wer seine Fragen-Seiten jetzt auf Zitierfähigkeit, Autorität und Handlungsnähe umbaut und die Messung auf KI-Sichtbarkeit erweitert, hat den Umbau hinter sich, bevor er in den eigenen Zahlen sichtbar wird.

Lesen Sie auch: Zero-Click-Suche 2026: Wenn Google nicht mehr klickt und Generative UI in den AI Overviews.

Häufige Fragen

10. FAQ: Die wichtigsten Fragen zu People Also Ask und AI Overviews

Was sind „Ähnliche Fragen“ (People Also Ask) bei Google?

„Ähnliche Fragen“ – englisch People Also Ask, kurz PAA – ist der ausklappbare Fragenblock in den Google-Suchergebnissen. Jede Frage öffnet eine kurze Antwort mit Quellenlink. Bis 2025 stammte diese Antwort in der Regel als Textausschnitt von einer Website; seit August/September 2026 wird sie fast immer von einer AI Overview generiert.

Wie viele People-Also-Ask-Antworten sind AI Overviews?

AlsoAsked hat 19,2 Millionen englischsprachige Suchanfragen aus 2026 ausgewertet: In der ersten Septemberwoche 2026 waren 97 % der PAA-Antworten AI Overviews, im August 86 %. Rund 14 Monate zuvor lag der Anteil bei etwa 12 %. Das Tool Allintitle meldet für seine Daten seit August 2026 sogar 100 %.

Was ändert sich bei AI Overviews im Herbst 2026?

Google hat Ende August 2026 bestätigt, dass AI Overviews sich für manche Suchanfragen von selbst vollständig ausklappen – ohne Klick auf „Mehr anzeigen“ – und direkt das Eingabefeld „Frag mich alles“ aus dem AI Mode laden. Die klassischen organischen Treffer rutschen dadurch deutlich nach unten. Wer schon scrollt, dessen Ansicht wird nicht mehr erweitert.

Was sollten KMU jetzt tun?

Klick-Erwartungen für Informationsfragen senken und Erfolg zusätzlich über Sichtbarkeit in KI-Antworten messen (Search-Console-Bericht zu generativer KI, GA4-Kanalgruppe für KI-Assistenten). Inhalte so strukturieren, dass Fragen präzise und zitierfähig beantwortet werden, technisches SEO sauber halten, Marke und Autorität aufbauen – und Conversions über eigene Kanäle wie Newsletter, Google Business Profile und Direktanfragen absichern.

Stephan Michalik
Über den Autor
Gründer Grünberg.Digital. · CEO Grünberg.Digital. GmbH

Maximale Performance durch die Symbiose aus Erfahrung und Innovation: Als Gründer von Grünberg.Digital. und CEO der Grünberg.Digital. GmbH – einem führenden Business Inkubator und Enabler – konzipiert Stephan Michalik ganzheitliche Onlinemarketing-Strategien. Ob treffsicheres SEA, umsatzstarkes E-Mail-Marketing oder verkaufsstarke Landingpages: Er kombiniert diese Core-Disziplinen nahtlos mit modernster KI. Das Ergebnis sind hocheffiziente, KI-gestützte Marketing-Ökosysteme für maximalen digitalen Vorsprung.

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