Zehn Jahre lang war „Hey Google“ der Einstieg in eine Maschine, die vor allem eines konnte: Befehle ausführen. Timer stellen, Musik starten, ein Navigationsziel setzen, eine Suche öffnen. Ab dem 4. September 2026 endet diese Ära. Google beginnt damit, den Assistant von Smartphones und Tablets zu entfernen und durch Gemini zu ersetzen.

Für die meisten Nutzerinnen und Nutzer ist das ein Software-Update. Für Unternehmen ist es etwas anderes: Der Weg, auf dem Menschen unterwegs nach Öffnungszeiten, Dienstleistern und Empfehlungen fragen, wird zu einem Kanal, in dem eine KI die Antwort formuliert – und dabei entscheidet, wen sie nennt. Dieser Beitrag ordnet ein, was sich technisch ändert, was davon Marketing-Relevanz hat und was KMU in den nächsten Wochen konkret tun sollten.

Google Assistant endet, Gemini übernimmt – Grünberg.Digital. KI-Blog Key Visual: Übergang vom Google Assistant zu Gemini und die Folgen für die Sichtbarkeit von Unternehmen. GRÜNBERG.DIGITAL. · KI-BLOG Google Assistant endet. Gemini übernimmt. Ab 4. September 2026 – was das für Ihre Sichtbarkeit heißt Vom Befehlsempfänger zur Antwortmaschine: Wer nicht in der Antwort steht, findet nicht statt. gruenberg-digital.de
Der Assistant verschwindet schrittweise – die Fragen der Nutzer bleiben. Nur beantwortet sie künftig eine KI.
Der Stichtag

1. Was am 4. September 2026 passiert

Google beginnt an diesem Tag damit, den Zugriff auf den Google Assistant auf Smartphones und Tablets zu entfernen. Wichtig für die Einordnung: Es ist kein Schalter, der weltweit gleichzeitig umgelegt wird. Die Umstellung läuft schrittweise – der Assistant verschwindet auf verschiedenen Geräten zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Wer heute noch „Hey Google“ sagt und den alten Assistenten bekommt, hat schlicht noch keine Welle abbekommen.

Nachfolger ist Gemini, Googles KI-Assistent. Er ist auf vielen Android-Geräten bereits als Option verfügbar; mit der Abschaltung wird er zum Standard. Aus einem optionalen Upgrade wird damit die Voreinstellung – und Voreinstellungen entscheiden im Massenmarkt bekanntlich fast alles.

Kurz gesagt: Der 4. September 2026 ist kein Ausschalttag, sondern der Startschuss einer Migration. Relevant ist nicht das Datum selbst, sondern die Richtung: Der Standard-Sprachzugang zu Google ist ab jetzt ein generatives Modell.

Reichweite

2. Welche Geräte betroffen sind – und welche vorerst nicht

Die Abschaltung betrifft deutlich mehr als das Smartphone. Betroffen sind nach Googles Ankündigung:

  • Android-Smartphones und -Tablets – der Hauptschauplatz der Umstellung.
  • Wear-OS-Uhren – Sprachanfragen am Handgelenk laufen künftig über Gemini.
  • Kompatible Kopfhörer und Earbuds – der Assistent, der beim Tippen auf den Ohrhörer antwortet.
  • Android Auto, sofern es vom Smartphone auf das Fahrzeug projiziert wird.

Zwei Ausnahmen sind für die Einordnung wichtig: Fahrzeuge mit Google built-in – also fest integriertem Google-System – laufen über den 4. September hinaus zunächst weiter. Und auch Smart Displays und Lautsprecher im Haushalt sind vorerst nicht Teil dieser Welle. Das ändert nichts an der Richtung, verschiebt aber den Zeitpunkt.

4.9.
Start der schrittweisen Abschaltung auf Smartphones und Tablets (2026)
4
betroffene Gerätegruppen: Handy/Tablet, Wear OS, Kopfhörer, Android Auto
2
vorerst ausgenommen: Google built-in im Auto sowie Displays und Lautsprecher
Der eigentliche Bruch

3. Assistant vs. Gemini: Vom Befehlsempfänger zur Antwortmaschine

Der technische Unterschied klingt nach einer Fußnote, ist aber der Kern der Sache. Der Assistant war ein Kommandointerpreter: Er erkannte eine begrenzte Menge an Absichten, führte sie aus – und schob alles, was er nicht kannte, an die Google-Suche weiter. Am Ende stand also fast immer eine Ergebnisliste, in der Ihre Website einen Platz einnehmen konnte.

Gemini funktioniert anders. Es formuliert eine eigene, zusammenhängende Antwort und nennt dabei ausgewählte Quellen. Aus zehn blauen Links wird ein Absatz mit zwei oder drei Verweisen. Das ist derselbe Mechanismus, den viele bereits aus den KI-Übersichten in der Google-Suche kennen – nur jetzt am Standard-Sprachzugang eines ganzen Betriebssystems.

Die folgende Gegenüberstellung zeigt, was das für die Sichtbarkeit von Unternehmen bedeutet:

Assistant vs. Gemini: Was sich für Ihre Sichtbarkeit ändert
Google Assistant endet, Gemini übernimmt: Vergleich der Sichtbarkeitslogik Google Assistant (bis 2026) Gemini (ab 2026) führt Befehle aus formuliert eigene Antworten verweist auf die Ergebnisliste nennt einzelne Quellen Ranking entscheidet Datenqualität entscheidet mit Klick auf die Website Antwort ohne Klick möglich Rolle Ausgabe Auswahl Ergebnis

Schematische Gegenüberstellung der Funktionslogik. Stand: September 2026.

Konsequenzen

4. Was sich dadurch fürs Marketing ändert

Drei Verschiebungen sind absehbar – und keine davon ist neu. Der Assistant-Wechsel beschleunigt lediglich, was in der Suche längst läuft.

Weniger Klicks bei informationellen Fragen

Wer nach Öffnungszeiten, Preisspannen oder einer kurzen Erklärung fragt, bekommt die Antwort direkt gesprochen oder eingeblendet. Branchenauswertungen berichten für informationelle Suchanfragen seit dem Ausbau der KI-Antworten Klickrückgänge im mittleren zweistelligen Prozentbereich. Diese Zahlen schwanken stark nach Branche und Keyword-Typ und taugen nicht als Prognose für Ihr Konto – als Richtungsangabe aber sehr wohl.

Mehr Gewicht auf der Marke

Gleichzeitig gibt es einen Gegeneffekt, der oft übersehen wird: Wer in der Antwort genannt wird, wird anschließend häufiger direkt gesucht. Die KI-Antwort ersetzt den ersten Klick, erzeugt aber einen zweiten – über den Markennamen. Das verschiebt den Wert von generischen Keywords hin zu Bekanntheit und Nennung.

Die Frage ändert sich

Nicht mehr: „Auf welchem Platz stehe ich?“ Sondern: „Stehen meine Informationen so da, dass eine Maschine sie ohne Rückfrage übernehmen kann?“

Genau das ist der Kern dessen, was wir unter Generative Engine Optimization (GEO) zusammenfassen – und der Assistant-Wechsel bringt dieses Thema jetzt auch auf jedes Android-Handgelenk und in jedes Auto.

Der wichtigste Hebel

5. Lokale Sichtbarkeit: Das Unternehmensprofil wird zum Pflichtprogramm

Sprachanfragen sind überproportional lokal. „Wo kann ich hier in der Nähe …“, „Hat … noch offen?“, „Wer macht … in meiner Gegend?“ – das ist das natürliche Terrain eines mobilen Assistenten. Und die Datenbasis, aus der Google diese Antworten speist, ist das Google Unternehmensprofil (Google Business Profile).

Google hat die Verwaltung dieses Profils inzwischen selbst in Gemini integriert: Inhaberinnen und Inhaber können Öffnungszeiten aktualisieren, Bewertungsantworten entwerfen lassen und Kennzahlen im Dialog abfragen. Diese Funktion ist derzeit auf Personen mit einem verifizierten Profil zugeschnitten – Agenturen und Betriebe mit mehreren Standorten bleiben zunächst außen vor. Für den typischen Einzelbetrieb ist sie dagegen ein bequemer Einstieg.

Wichtiger als das Werkzeug ist aber die Substanz. Ein Profil, das eine KI zuverlässig zitieren kann, ist:

  • vollständig – Kategorien, Leistungen, Attribute, Fotos, Beschreibung, Website-Link.
  • aktuell – insbesondere Öffnungszeiten inklusive Feiertagen. Eine falsche Öffnungszeit ist in einer Sprachantwort ein verlorener Kunde, nicht nur ein Schönheitsfehler.
  • widerspruchsfrei – identische Angaben auf Profil, Website und in Verzeichnissen.
  • lebendig – beantwortete Bewertungen und gepflegte Fragen-und-Antworten liefern Formulierungen, aus denen ein Modell schöpfen kann.

Praxis-Tipp: Schreiben Sie die vier häufigsten Kundenfragen wortwörtlich in den Fragen-Bereich Ihres Profils und beantworten Sie sie dort in je zwei bis drei Sätzen. Das ist die Form, die generative Systeme am leichtesten übernehmen – kurz, faktisch, eindeutig zugeordnet.

Technische Basis

6. Maschinenlesbar werden: Strukturierte Daten, NAP und llms.txt

Das Unternehmensprofil ist die eine Hälfte, Ihre Website die andere. Damit ein Modell Ihre Informationen ohne Interpretationsspielraum übernehmen kann, braucht es Struktur statt Prosa:

  • Strukturierte Daten nach schema.org: Organization beziehungsweise LocalBusiness mit Adresse, Telefon, Öffnungszeiten und Leistungsangaben; FAQPage für Ihre häufigen Fragen; Product oder Service für Ihr Angebot.
  • NAP-Konsistenz: Name, Adresse und Telefonnummer müssen auf Website, Profil, Impressum und in Verzeichnissen zeichengenau übereinstimmen. Abweichungen erzeugen bei Modellen keine Fehlermeldung, sondern Unsicherheit – und Unsicherheit führt dazu, dass eine andere Quelle genannt wird.
  • Klare Seitenstruktur: eine Frage pro Überschrift, die Antwort direkt darunter, in ein bis drei Sätzen. Was ein Mensch überfliegen kann, kann ein Modell zitieren.
  • llms.txt als optionale Ergänzung – ein maschinenlesbares Inhaltsverzeichnis Ihrer wichtigsten Seiten. Der Standard ist noch nicht universell etabliert, der Aufwand aber gering.

Mehr zur Einordnung dieses Standards und seiner tatsächlichen Wirkung finden Sie in unserem Beitrag llms.txt wird kaum gelesen – was 2026 wirklich zählt.

Kontrolle

7. Messen statt raten: Woran Sie den Effekt erkennen

Der Wechsel wird sich nicht als ein einzelner Einbruch in Ihren Zahlen zeigen, sondern als Verschiebung über Wochen. Drei Blickwinkel helfen, ihn überhaupt zu sehen:

  • GA4 – Traffic aus KI-Assistenten: Seit 2026 lässt sich Traffic aus KI-Assistenten in GA4 als eigene Kanalgruppe auswerten. Beobachten Sie Volumen und Qualität dieser Gruppe im Monatsvergleich. Details dazu in unserem Beitrag zur AI-Assistant-Channel-Gruppe in GA4.
  • Search Console – Marken- vs. Generik-Anfragen: Wenn generische Impressionen sinken, Markenanfragen aber steigen, arbeitet der beschriebene Mechanismus. Sinken beide, liegt das Problem woanders.
  • Unternehmensprofil – Anrufe und Routenanfragen: Diese Kennzahlen bilden lokale Sprachanfragen besser ab als Website-Sitzungen, weil sie keinen Klick auf die Website voraussetzen.

Legen Sie sich vor der Umstellung einen Referenzwert an. Ein Vergleich, den man erst im Nachhinein aufsetzt, ist kein Vergleich.

Umsetzung

8. Checkliste: Die nächsten 30 Tage

1
Unternehmensprofil auf Vollständigkeit prüfen Kategorien, Leistungen, Beschreibung, Fotos und vor allem Öffnungszeiten inklusive Feiertagsregelungen. Ein Durchgang, 30 Minuten, größter Hebel.
2
NAP-Abgleich über alle Kanäle Name, Adresse und Telefonnummer auf Website, Impressum, Profil und in den wichtigsten Verzeichnissen zeichengenau angleichen.
3
Strukturierte Daten ergänzen LocalBusiness beziehungsweise Organization sowie FAQPage auf den wichtigsten Seiten einbauen und im Rich-Results-Test gegenprüfen.
4
Die zehn häufigsten Kundenfragen sauber beantworten Je eine Überschrift als Frage, darunter zwei bis drei Sätze Antwort – auf der Website und im Fragen-Bereich des Unternehmensprofils.
5
Referenzwerte festhalten Aktuelle Zahlen aus GA4, Search Console und Unternehmensprofil dokumentieren, bevor die Umstellung Ihre Region erreicht.
6
Stichprobe machen Stellen Sie Gemini fünf Fragen, die ein Kunde stellen würde. Werden Sie genannt? Stimmen die Angaben? Das ist Ihr ehrlichster Statusbericht.

Sie möchten wissen, wie Ihr Unternehmen aktuell in KI-Antworten dasteht? Vereinbaren Sie ein kostenloses Erstgespräch – wir schauen gemeinsam auf Profil, Daten und Sichtbarkeit.

Das Gesamtbild

9. Fazit: Ein Assistent weniger, eine Disziplin mehr

Das Ende des Google Assistant ist für sich genommen keine Marketing-Nachricht. Bedeutsam wird es durch das, was an seine Stelle tritt: ein System, das Antworten schreibt statt Listen zu zeigen – und das dabei auf Datenqualität angewiesen ist, die viele Unternehmen bisher als Nebensache behandelt haben.

Die gute Nachricht ist, dass die Gegenmaßnahmen unspektakulär sind. Kein neues Tool, kein neues Budget. Ein vollständiges Unternehmensprofil, konsistente Stammdaten, strukturierte Daten und klar beantwortete Fragen – das ist die gesamte Liste. Sie ist nur eben nicht optional geworden.

Unsere Einschätzung: Der Assistant-Wechsel verschiebt keine Rankings, er verschiebt die Eintrittskarte. Wer saubere, maschinenlesbare Unternehmensdaten liefert, wird zitiert. Wer sie nicht liefert, wird nicht schlechter platziert – er kommt schlicht nicht vor.

Lesen Sie auch: Lokale KI-Sichtbarkeit: Unternehmensprofil, NAP und llms.txt und Zero-Click-Suche: Wenn Google die Antwort behält.

Häufige Fragen

10. FAQ: Die wichtigsten Fragen zum Assistant-Aus

Wann wird Google Assistant abgeschaltet?

Google beginnt am 4. September 2026 damit, den Zugriff auf Google Assistant auf Smartphones und Tablets zu entfernen. Die Umstellung läuft schrittweise, der Assistant verschwindet also nicht auf allen Geräten gleichzeitig. Nachfolger ist Gemini.

Welche Geräte sind von der Abschaltung betroffen?

Betroffen sind Android-Smartphones und -Tablets, Wear-OS-Uhren, kompatible Kopfhörer und Earbuds sowie Android Auto, wenn es vom Smartphone auf das Fahrzeug projiziert wird. Autos mit Google built-in laufen zunächst weiter, ebenso sind Smart Displays und Lautsprecher zunächst nicht betroffen.

Warum ist der Wechsel zu Gemini für mein Marketing relevant?

Der Assistant hat Befehle ausgeführt und auf Ergebnisseiten verwiesen. Gemini formuliert stattdessen eigene Antworten und nennt dabei einzelne Quellen. Für Unternehmen verschiebt sich die Frage damit von der Position in einer Ergebnisliste hin zu der Frage, ob die eigenen Informationen überhaupt in der Antwort auftauchen. Saubere, maschinenlesbare Unternehmensdaten werden dadurch wichtiger als klassische Rankingtricks.

Was sollten KMU jetzt konkret tun?

Zuerst das Google Unternehmensprofil vollständig und widerspruchsfrei pflegen: Öffnungszeiten, Leistungen, Kategorien, Fotos und Bewertungsantworten. Danach die Website maschinenlesbar machen, also strukturierte Daten für Organisation, LocalBusiness und FAQ ergänzen und Name, Adresse und Telefonnummer über alle Kanäle identisch halten. Und schließlich messen: In GA4 lässt sich Traffic aus KI-Assistenten inzwischen separat auswerten.

Stephan Michalik
Über den Autor
Stephan Michalik
Gründer Grünberg.Digital. · CEO Flio Germany GmbH

Maximale Performance durch die Symbiose aus Erfahrung und Innovation: Als Gründer von Grünberg.Digital. und CEO der Flio Germany GmbH – einem führenden Business Inkubator und Enabler – konzipiert Stephan Michalik ganzheitliche Onlinemarketing-Strategien. Ob treffsicheres SEA, umsatzstarkes E-Mail-Marketing oder verkaufsstarke Landingpages: Er kombiniert diese Core-Disziplinen nahtlos mit modernster KI. Das Ergebnis sind hocheffiziente, KI-gestützte Marketing-Ökosysteme für maximalen digitalen Vorsprung.

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